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Blume Bruno, Guggisberg (CH)

Themen: Liebe und Freundschaft, Historisches, Zivilcourage, Gewalt in der Erziehung, Umweltschutz
Der Zuger Schriftsteller (1972) hat Germanistik und Kunstgeschichte in Zürich, Leipzig und Århus studiert, als Hortleiter und Lehrer gearbeitet und neben dem Schreiben Bauernhöfe baubiologisch renoviert. Ausser Kinderbüchern schreibt er auch für Theater und Film und referiert in der Erwachsenenbildung. Er hat in verschiedenen europäischen Ländern gelebt und wohnt jetzt mit seiner Familie in Guggisberg.

Leseprobe aus «Vor Kummer sterbe ich. Vreneli und das Plumpsklo am Ende der Welt»
Schon die ersten Strahlen wärmen richtig. Meine Füße sind noch im Schatten, der erst jetzt mit der Sonne als Schatten erkennbar ist. Es dauert aber keine zwei Minuten, dann liegt der ganze Balkon im Sonnenlicht. Meine Holzfiguren werfen irre Schatten. Und drinnen? Durch die verglaste Tür sehe ich, dass sie alle noch am Frühstückstisch sitzen. Warum? Sie essen doch schon lange nicht mehr. Und zu einer Familiensitzung hätten sie mich auf jeden Fall gerufen. Er erzählt etwas. Brauche eine Weile, bis ich schnalle, dass es um die Typen von Guggisberg geht. Um die Verliebten aus dem alten Lied.

Der September war vorbei, es hatte schon einmal geschneit. Vreneli arbeitete weniger konzentriert, dreimal war ihr beim Kochen und Abwaschen Geschirr aus den Händen gefallen. Zuletzt die große Steingutschüssel, die jetzt spürbar fehlte, beim Kochen, beim Backen, beim Einlegen. Ihre Mutter hatte mit ihr geschimpft wie noch nie und tagelang über den Mangel gemurrt. Erst wenn Vreneli wieder zum Markt fuhr, konnte sie eine neue besorgen. Aber an den nächsten Markt mochte sie nicht denken. Es hatte sich eine Frage in ihren Kopf geschlichen, über die sie Tag und Nacht nachdenken musste: Was wäre, wenn ihr Vater nicht gestorben wäre?
Trotz allem war Vreneli grundsätzlich ein fröhlicher Mensch gewesen und hatte damit gerechnet, dass es in Zukunft gerechter zugehen würde. Nach dem Vorfall an der Schafscheid verlor sie diesen Glauben mehr und mehr. Als der Ammann sie nach Hause gezerrt und sie an der verdutzten Mutter vorbei in ihre Kammer getrieben hatte, hatte er Klartext mit ihr geredet: Sie dürfte Hans-Joggeli nicht mehr treffen, und im nächsten Frühjahr würde Hochzeit gehalten mit seinem Pesche. Die Mutter würde ihr Einverständnis schon geben, sobald sie von ihm erfuhr, was auf dem Markt geschehen war.

Werke
- Vor Kummer sterbe ich. Vreneli und das Plumpsklo am Ende der Welt (ab 12)
- TamaTom und die Liebe
- TamaTom und die Teufel
- TamaTom und die Hühner
- TamaTom und die Graffiti
- TamaTom und die Berge (5 Bände, ab 10)
- Elva und die Römer (Comic, ab 10)
- Der gestiefelte Kater (ab 8)
- Gufidaun. Martin und der Ausserirdische (2 Bände, ab 6)
- Im Broccoliwald. Eine bäumige Reise nach Afrika (ab 6)
- Ein richtig schöner Tag (ab 5)
- Meretlein, nach Gottfried Keller (ab 13)
- Shakespeares späte Tragödien – Hamlet, Othello, König Lear, Timon von Athen, Macbeth (ab 14)

Besonderes
Literatur und Gespräche mit zwei Handvoll Humor, einem Schuss Philosophie und einer Prise Provokation, in der Unterstufe ausserdem mit vielen Bildern.


www.blumengleich.de
Blume Bruno, Guggisberg (CH)
Veranstaltungsort
Im Schulhaus
Zielpublikum
Kindergarten, 1.-6. Primarklasse, 1.-3. Sekundarklasse, Berufsvorbereitungsjahr, Mittel- und Berufs(fach)schule
Dauer
90 Min.
Preis
300.–pro Lesung (max. 50 Personen)
Anmeldeschluss
Fr 20. Juli 2018
Daten
18.-22. März 2019